Quelle:  Jahresbericht des Vorsitzenden Herbert Bruckmann  (Text: Udo Deuerlein und Herbert Bruckmann)
 
1997 war für unsere Bruderschaft ein sehr ereignisreiches Jahr. Es hatte viele Schattenseiten, aber auch schöne Momente fehlten durchaus nicht. Die Pflege der Gemeinschaft der Unterbacher Vereine haben wir uns mit zur Verpflichtung gemacht, und so wurden Anfang des Jahres verschiedene Veranstaltungen des Unterbacher Karnevals von unserem Königspaar mit Gefolge besucht.

Eine Selbstverständlichkeit ist es schon geworden, daß wir St. Hubertus Schützen uns mit einem Wagen am Karnevalsumzug beteiligen. Auf das Motto (Sterne funkele' Unterbacher schunkele') bezogen, hatten einige Kameraden unter der bewährten Leitung des jetzigen 1. Vorsitzenden in wochenlangen Vorbereitungen den Wagen "Die Sternkiker" gebaut. Diese Aktivität wurde noch von einer größeren Fußgruppe in Sternenkostümen unterstützt.

 
 
Der SCHÜTZEN-WAGEN im Karnevalsumzug
 
Im Februar nach den Karnevalstagen fiel ein erster Schatten der Trauer auf unser Vereinsleben, unser ehemaliger 2. Vorsitzender und Ehrenoberst Herbert Bürger war gestorben. Mit ihm haben wir einen verdienten und langjährigen, aus einer alten Unterbacher Schützenfamilie stammenden, Schützenbruder verloren.

Schon im März mußten wir einem weiteren verdienten Mitglied die letzte Ehre erweisen, unserem Protektor und 1. Kaiser Heinz-Günther Steiner.

Auch nach diesen traurigen Ereignissen ging das Schützenleben weiter. Ostermontag trafen sich die Schützenkameraden zu dem traditionellen Ostereierschießen auf unserer Schießanlage am Schützenplatz. Mit diesem Schießen wurde dann gleichzeitig die Schießsaison für den Hochstand eröffnet.

Mit der wärmeren Jahreszeit beginnt auch die Saison der Schützenfeste. Für uns begann sie bereits Ende April mit dem Besuch des Schützenfestes in Düsseldorf-Vennhausen. Insgesamt wurden im Laufe der Saison 13 Schützenfeste befreundeter Vereine besucht, das letzte im September in Düsseldorf-Reisholz.

Selbstverständlich übernahm unsere Bruderschaft wieder das Ehrengeleit bei der Fronleichnamsprozession, die, wie bereits im Jahr zuvor, Station an dem aufgebauten Altar auf dem Schützenplatz, machte.

 
 
Station der Fronleichnamsprozession auf der Schützenwiese.
 
Das übliche Preisschießen für die befreundeten Vereine zum Schützenfest wurde vorgezogen und bereits im Juni veranstaltet, leider unter einer sehr schwachen Beteiligung.

Langsam kündigte sich unser 127. Schützenfest im August an. Viele Vorbereitungen waren zu treffen, zum erstenmal sollte Schützenfestsamstag ein Festball mit einem großen Showprogramm als "Rheinischer Abend" im Festzelt veranstaltet werden. Da diese Veranstaltung neu war, mußte auch dementsprechend umfangreich geworben werden. Mit einem gesonderten Plakat und Einladungen sollte auf sie hingewiesen werden. Ebenso wurden die Eintrittskarten erstmals für einen Festzeltabend im Vorverkauf angeboten.

Mitten in den letzten Vorbereitungen zum Schützenfest traf uns ein weiterer herber Schicksalsschlag, unser langjähriger 1. Vorsitzender Berni Weber war gestorben. Am Montag vor Schützenfest wurde er unter großer Beteiligung der Bevölkerung, der auswärtigen und der Unterbacher Vereine, sowie der eigenen Schützenkameraden zu Grabe getragen. Da die Vorbereitungen für das Schützenfest schon soweit gediehen waren und alle Verträge mit den Schaustellern, den Musikkapellen und den Künstlergruppen unter Dach und Fach waren, wurde das Schützenfest wie geplant durchgeführt. Freud und Leid liegen doch oft sehr nah beieinander. Und so kann man trotz des Schattens, der über dem Fest lag, von einem gelungenen Schützenfest sprechen. Zur Ankündigung des Schützenfestes wurde bereits eine Woche vorher, einem alten Düsseldorfer Brauch folgend, die "Goldene Mösch" herumgetragen und anschließend auf dem Breidenplatz ein musikalisches Biwak abgehalten. Das eigentliche Schützenfest begann am Freitag den 8. August mit dem Flaggenhissen auf dem Neuenhausplatz und anschließendem Einmarsch ins Festzelt zum Musikabend der Zeltwirte. In unserer Bruderschaft ist es ein langgepflegter Brauch, daß der König zum Auftakt des Schützenfestes von der Wohnung abgeholt wird. So geschehen auch am Samstag, den 9. August, da wurde das Königspaar Horst und Marga Schmidt, sowie das Prinzenpaar Lars Schweden und Sabine Rohleder von der festlich geschmückten Königsresidenz Gerresheimer Landstr. 160 abgeholt.

 
Flaggenhissung am Neuenhausplatz (Startsignal für`s Schützenfest).
 
(Bild: WZ vom 9. August 1997)
Königspaar mit Adjutanten und Ehrendamen und Prinzenpaar vor der Königsresidenz
 
Nach der Kranzniederlegung am Denkmal zogen wir ins Festzelt ein. Welch eine Überraschung! Nach Jahren, war zum erstenmal eine Samstagabendveranstaltung fast ausverkauft. Neben dem Koffer-Duo als Stimmungsmacher, den Heimatsängern Hans Heinrichs und Ralph Marquis, der Tanzgruppe die Flotten Oldies und dem Fanfarencorps Langenfeld hatte man als besonderes Highlight die Musikgruppe "De Räuber" verpflichten können. Dieser Abend übertraf alle Erwartungen und es wurde bis in den frühen Sonntagmorgen gefeiert.
Viel Zeit zum Erholen blieb nicht, denn wegen dieses Rheinischen Abends hatte man die sonst übliche Hl. Messe für die Gefallenen und Verstorbenen der Bruderschaft von Samstagabend 19.00 Uhr auf Sonntagmorgen 11.00 Uhr verlegt. Unter großer Beteiligung der Unterbacher Vereine und der befreundeten Schützenvereine zog am Nachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen der Festzug durch den Ort, der seinen abschließenden Höhepunkt in der Parade auf dem Supermarkt fand.
 
Die prachtvolle, von vier Friesenhengsten gezogene Königskutsche.
 
 
Tribüne mit den Majestäten und Ehrengästen zur Abnahme der Parade.
 
Parademarsch vor der Ehrentribüne
 
Ein weiterer Höhepunkt des Schützenjahres ist der Schützenfestmontag. Dann kommt die Stunde der Wahrheit, wer wird neuer Schützenkönig? Von einer großen Zuschauermenge wurde das Königsschießen mit steigender Spannung verfolgt, bis endlich gegen 20.00 Uhr der erlösende Königsschuß fiel. Unter großem Jubel und Beifall wurden der neue König Herbert Bruckmann und der vorher ermittelte neue Prinz, Sohn Thomas Bruckmann, ins Festzelt eingeführt. Es ist bisher einmalig in unserer Bruderschaft, daß beide Ämter in einer Familienhand liegen.
 
Jubelstimmung nach dem Königsschuß
 
Der Dienstag ist traditionell der Schützenfamilie vorbehalten, mit Erbsensuppeessen, die wieder von der Metzgerei Weichert gestiftet wurde, mit Schießen und mit Kaffeetrinken für die Frauen ließ man das Schützenfest ausklingen. Bei den Schießwettbewerben wurde nach altem Brauch auch wieder der Blotschenkönig ermittelt, diesen Titel errang Stephan Bungard.

An der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt am 7. September nahm unsere Bruderschaft mit einer größeren Abordnung in Uniform teil.

Ein gesellschaftliches Ereignis war das Titularfest am 18. Oktober in der Mehrzweckhalle der Wichernschule. Den vielen geladenen Gästen, darunter größere Abordnungen der befreundeten Schützenvereine aus Erkrath und Hilden, wurde ein buntes Programm geboten. Die Auftritte verschiedener Tanzgruppen, eines Fanfarencorps und anderer Überraschungen sorgten für einen gelungenen Abend. In diesem würdigen Rahmen wurden auch verdiente Schützenbrüder ausgezeichnet. Ludwig Diering wurde für 40jährige Mitgliedschaft geehrt, und Ernst Wickfeld erhielt den Hohen Bruderschaftsorden.

 
Bezirksbundesmeister Herbert Merkel nimmt die Ehrungen vor
 
Am 8. November wurde mit etwas Verspätung, aber unter großer Beteiligung der Schützenbrüder, das kirchliche Patronatsfest unseres Schutzpatrons St. Hubertus begangen. Nach der Hl. Messe marschierten wir in einem Fackelzug zur Hubertusstube nach Unterfeldhaus, um in familiärer Atmosphäre diesen Tag würdevoll ausklingen zu lassen. An diesem Abend erhielten dann auch die Schützen ihre Auszeichnungen, die sie im Laufe der Saison beim Schießen errungen hatten.
 
Hubertustag: Stolz präsentiert der Nachwuchs die errungenen Pokale
 
Die letzte offizielle Zusammenkunft für die Schützen und deren Familien war die Weihnachtsfeier am 2. Adventsonntag im Vereinshaus. Viele Kinder warteten gespannt auf den Nikolaus, der nach vorgetragenen Gedichten und Liedern dann auch für jedes Kind eine Tüte mitgebracht hatte.

Allen, die am Erfolg dieses Jahres mitgewirkt haben, sei nochmals herzlich gedankt. So möchten wir an erster Stelle unsere Repräsentanten des Jahres 1996/97, das Königspaar Horst und Marga Schmidt, sowie das Prinzenpaar Lars Schweden und Sabine Rohleder nennen, die durch persönlichen Einsatz viel zum Gelingen unseres Auftretens in der Öffentlichkeit beigetragen haben. Unseren Gönnern und Sponsoren aus Unterbach, Unterfeldhaus und Umgebung sei ebenso herzlich gedankt, ohne ihre finanzielle Unterstützung wäre so manche Veranstaltung nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank auch an alle Schützenkameraden, die durch ihren beispielhaften Einsatz der Zeltveranstaltung am Schützenfestsamstag zum Erfolg verholfen haben.

Aktualisierung: 11.04.2010 - 17:55 / Redakteur: Webmaster
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