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Tradition - Fahnenschwenken und Schießsport


Bis heute pflegt die St. Hubertus Schützenbruderschaft Unterbach 1870 e.V. das historische Schießen (Vogelschuss) oder auch das Sportschießen. Für und Wider des Schießens werden gesellschaftspolitisch immer wieder diskutiert. Sicherlich sind das Schießen und der Umgang mit Waffen eine hoch sensible Angelegenheit. Entsprechend streng sind die Vorgaben an die Verantwortlichen und Schützen selbst.

Eine uralte Tradition, wie sie beispielsweise bei der St. Hubertus Schützenbruderschaft Unterbach 1870 e.V. gepflegt wird, ist das historische Fahnenschwenken. Vor allem jungen Mitgliedern tragen die Bruderschaften die besondere Form der Sebastianus-Verehrung seit Jahrzehnten an. Das Fahnenschwenken symbolisiert die Fesselung und Entfesslung des heiligen Sebastian, neben den Heiligen, unter deren Schutz die einzelnen Bruderschaften stehen, der eigentliche Schutzpatron der historischen Schützen. Auch das Fahnenschwenken will geübt sein. Nicht jeder findet einen Zugang zu den verschiedenen Fahnenschlägen. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

 


Quelle des YouTube Video: St. Sebastianus Bruderschaft 1484 Erkrath e.V.
 


Das Fahnenschwingen (auch Fahnenschwenken oder Fahnenspiel, nicht aber Fahnenschlag) ist ein alter Volkssport, bei dem Personen kurze und mit einem schweren Handgriff versehene Fahnen in verschiedene kunstvolle Schwingungen versetzen, die Fahnen hochwerfen und wieder auffangen. Im Gegensatz zum Fahnenschwingen ist es beim Fahnenschlag nicht erwünscht, dass die Fahne die Hand verlässt, sondern möglichst nahe am Körper geführt wird. Schlagfahnen sind zudem länger (die Fahnenstange, bzw. der Griff ist in etwa so lang wie der Tuchbereich), auch ist das Tuch größer als das von Schwenkfahnen, bei denen der Griff nur ca. 30 bis 40 cm lang ist.

Hintergrund des Fahnenschwenkens ist, dass die „Schwenker“ auf den Stadtmauern standen und mit Ihren Fahnen bei richtiger Nutzung Geräusche verursachten, die sich ähnlich wie Schüsse anhörten und den anrückenden Feind abschrecken sollten.

Der Fahnenschlag hat dagegen einen klerikalen Hintergrund: Er soll die Fesselung des hl. Sebastian darstellen (in der Reihenfolge Kopf, Arm, Hände, Handgelenke, Körpermitte, beide Beine, rechtes Bein, linkes Bein, aufwickeln).

 


Fahnenschwenken vor der Parade in Unterbach beim Festzug



Fahnenschwenk-Darbietung vor den Königen und Ehrengästen in Unterbach
 

Seit dem Ausgang des 17. Jahrhunderts war das Fahnenschwingen aus der Mode gekommen, Reste hatten sich noch in der Schweiz erhalten. Mit der neuen Attraktivität des Mittelalters ab den 2000er Jahren haben sich europaweit auch wieder viele Gruppen organisiert, die das Fahnenschwingen bei Schützenfesten, Vereinsfesten, Stadtfesten, aber auch auf Mittelalter-Märkten und bei Ritterspielen aufführen. Dazu wird Musik gespielt, typischerweise von Alphornbläsern, Blaskapellen oder Tambour-Corps.


Weiterführende Informationen zum Fahnenschwenken gibt es beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.

Aktualisierung: 20.01.2017 - 16:50 / Redakteur: Lars Schweden
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